Montag, 12. Februar 2018

12 von 12 - Februar 2018

12 Bilder vom 12. des Monats  Das ist 12 von 12  Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Der taT beginnt mit dem Heizstrahler am Wickeltisch 

Stillen 

Eine Lieferung annehmen 

Frühstück mit Marmelade von Oma 

Der Milchmann hat meine Milch abgeholt und dafür neue Flaschen dagelassen

Duplo bauen mit dem Raben. Die große rote Limousine fährt die Fahrgäste nach Bulgarien 

Haushaltsbuch aktualisieren 

Mittagessen: Dinkel mit Schwarzwurzel und Feta-Soße. Dazu Fischstäbchen. Reste von gestern.

Während ich milch abpumpe, schleppt der Rabe die Bettdecke aus dem Schlafzimmer herbei und kuschelt damit 

Gute Ausbeute heute 

Der Kater lässt sich streicheln 

Malzkaffee und Schokokuchen. Nicht im Bild: Erst der mit essende kleine Rabe und dann das stillende Baby auf meinem Schoß 

Samstag, 10. Februar 2018

1 Monat Morgenstern

Mein süßer kleiner Morgenstern. Jetzt bist du schon seit einem ganzen Monat aus dem Bauch draußen. Diese Zeit ist wirklich wie im Flug vergangen!

Es ist so toll, dass du bei uns bist. Du bist ein kleiner Gesichtsakrobat und kannst die lustigsten Grimassen ziehen. Dabei siehst du aus, wie ich als Baby. Außer, wenn du sehr hungrig bist und an die Brust kommst. Dann siehst du aus wie ein kleiner, wütender, alter Mann. ;)

Anders, als mit deinem Bruder damals, haben wir schon einen richtigen Rhythmus gefunden und uns als Familie richtig eingegrooved. Das ist mit dir allerdings auch nicht besonders schwer. Du bist nämlich ganz schön pflegeleicht. Zum Beispiel weinst du nur, wenn dir auch tatsächlich etwas fehlt. Und dann ist recht gut herauszufinden, was es ist. Natürlich magst auch du nicht längere Zeit alleine irgendwo herumliegen. Aber für ein paar Minuten ist das sogar wach in Ordnung für dich. Das ist so ungewohnt...

Abenteuer

Du warst schon auf dem Standesamt, in der Uniklinik, in der Stadt, in meinem Büro und auf dem "Eiszauber" und hast alles im Tragetuch verschlafen. Im Zoo habe ich dich in Aquarium bei den Rifffischen gestillt. Am abenteuerlichsten war wohl der Restaurantbesuch mit dir, deinem Bruder, Oma, Opa und deinem Onkel. Aber letztendlich hast du da auch überwiegend geschlafen.

Essen

Du wirst voll gestillt und trinkst alle 1 1/2 bis 4 Stunden. Vor dem Schlafen trinkst du immer besonders viel und pennst dann recht lange.

Fortbewegung

Du hast dich heute zum ersten Mal vom Bauch auf den Rücken gedreht und übst fleißig, deinen Kopf selbst zu kontrollieren.

Geschwisterplüschstatus

Dein Bruder ist absolut vernarrt in dich und du scheinst ihn bis dato auch sehr sympathisch zu finden.

Gesundheit

Dein Popo war ziemlich wund und offen, aber das ist inzwischen in Ordnung. Ansonsten bist du ganz dezent erkältet, niest immer mal wieder und hast nachts öfter mal ein kleines Schnorchelnäschen. Aber nichts gravierendes.

Maße

Also bei der U2 hattest du immer noch 52 cm und beim letzten Wiegen letzte Woche war dein Gewicht 4150 gr. Auf jeden Fall trägst du noch Größe 50/56, aber ich merke, dass die Bodys inzwischen nicht mehr so schlabbern.

Motorik

Du hast noch deinen angeborenen Greifreflex. Vor allem den Bart deines Papas greifst du zielsicher und hältst dich gut daran fest. ;)

Schlaf

Du schläfst von Anfang an mit mir und deinem Bruder in einem Bett. Ich liege dabei in der Mitte und wir haben Rausfallschuttgitter auf beiden Seiten.

Unsere Nächte sind wunderbar. Du hast offenbar schon verstanden, dass es einen Unterschied zwischen Tag und Nacht gibt. Meist schläfst du im ersten Block so drei bis vier Stunden. Danach dann meist etwas kürzer, weil dich ab dem frühen Morgen oft der Bauch drückt oder die Windel voll ist.

Sozialverhalten

Du schaust uns ganz intensiv an. Schon direkt nach deiner Geburt waren die Hebammen begeistert, wie wach du dich umgesehen hast. Ebenfalls besonders aufmerksam beobachtet werden alle Lichtquellen.

Den ersten Anfang für ein Lächeln im wachen Zustand habe ich die Tage auch schon bei dir gesehen.

Sprache

Du kannst quaken, verschiedene Eskalationsstufen von Weinen und Schreien, Grunzen, Quietschen, a und gu sagen. Aber damit kannst du dich erstaunlich deutlich artikulieren. ;)

Freitag, 9. Februar 2018

Erziehung auf Chinesisch: Kinderwagen / Kinder tragen

Mit dem kleinen Raben haben wir zwar grundsätzlich fast nichts im "Chinese way" gemacht, aber trotzdem haben wir ja mitbekommen, wie das mit den Kindern in Shanghai so tendenziell gehandhabt wird.

Ein Punkt, der uns (mal wieder) zu den absoluten Exoten machte, war unsere Art, das Baby zu transportieren.

Nämlich hauptsächlich in der Manduca und bis er selbstständig sitzen konnte liegend im Kinderwagen. Danach sitzend mit Blick zu uns.

Klingt für deutsche Verhältnisse nicht besonders spannend. War in Shanghai allerdings ungewöhnlich genug, um beispielsweise Fotos zu machen, wie ich das Kind in der Trage spazieren trug...
 
 
Auf Händen getragen
 
Der absolute Standard in China ist es, Kinder auf dem Arm zu tragen. Ohne Kinderwagen, ohne Tragehilfe. Einfach auf dem Arm. Da einem so die Arme irgendwann einschlafen, werden die Babys teilweise in den verqueersten Positionen herumgetragen. Also so richtig krumm und schief und schepp. So, dass das weder für das Baby, noch für die Träger auf Dauer bequem oder gesund sein kann. Und wo immer möglich werden sie abgelegt. Auf Sitzen im Bus oder der Metro oder auf dem Tisch in der Bibliothek, damit Mama sich ein Buch suchen kann (davon postete eine ehemalige Kollegin neulich Bilder). Runterfallen? Ach, wird schon nicht passieren.
 
 
Tragehilfen aus der Hölle
 
Nun gibt es auch in China Tragehilfen. Wir haben uns zum Beispiel hier ein Moby Wrap gekauft (das der kleine Rabe gehasst hat) und auch unsere Manduca haben wir auf Taobao bestellt. Einmal fragte mich damit sogar jemand um Rat, weil seine Schwiegertochter einen Ergobaby Carrier hatte und er von mir wissen wollte, wann man denn da den Neugeboreneneinsatz rausnehmen könnte. Das war aber auch schon das erste und einzige Mal, dass ich mitbekommen habe, dass Chinesen ergonomisch sinnvolle Tragehilfen nutzen.

Ansonsten sieht man hier vor allem so Styropor-Keile, die man sich umschnallt, um das Kind darauf zu setzten oder zu legen. Praktisch und bequem stelle ich mir Tragen irgendwie anders vor. Und Anhock-Spreizhaltung wird damit auch irgendwie schwer. Und weil die meisten Kinder jetzt nicht soooo gerne einen halben Spagat machen, trägt man sie halt nach vorne. Für ältere Kinder mag so ein Keil ganz praktisch sein, aber in China werden da eben auch Mini Babies drauf getragen.

Ebenfalls öfter mal gesehen habe ich Tragehilfen, die besonders ergonomisch sein sollten, es aber für Babys definitiv eigentlich nicht sind. So mit einem geraden Rücken, beispielsweise. Ein Teil wird auch ausdrücklich damit beworben, dass der Streg nur 7.5 cm breit ist. Das sei wichtig, weil das Kind sonst O-Beine bekommt. Nee, ist klar...

 

Kinderwagen

Neben dem Tragen ohne Hilfe werden gefühlt die meisten Babys in Shanghai schon im Kinderwagen umher gefahren. Das sind dann aber meist keine chicen (und teuren) Kombikinderwagen mit verstellbarer Fahrtrichtung, Federung, Babyschale und so. Stattdessen sieht man viel häufiger simple Buggys.

Grundsätzlich schaut das Kind dabei eigentlich immer nach vorne. Soweit, so ungünstig für die Kleinsten. Richtig spannend allerdings wird es mit der Haltung. Denn meist habe ich die Kinder sitzen sehen. Auch die, die ziemlich eindeutig erkennbar selbst noch lange nicht sitzen konnten.

Dazu kommt dann, dass viele der Buggys nur harte, dünne Plastikreifen und keine bzw. so gut wie keine Federung haben... Nicht gut.

Den Vogel abgeschossen haben für mich jedoch Nachbarn aus unserem Compound. Die fuhren ihr Kind immer in etwas spazieren, dass aussah wie ein Spielzeug. Ein Teil aus buntem, billigem Plastik in Form irgendeines Tieres. Mit winzigen Plastikrädern daran. Also es sah wirklich so aus, als sei das eigentlich dafür gedacht, dass ein älteres Kind darin sein Plüschtier oder seine Puppe umher fahren könnte. Stattdessen setzten diese Nachbarn da ihr Baby hinein. Das hing dann wie ein Schluck Wasser in der Kurve in dem Ding und wurde ordentlich durchgerüttelt.

Montag, 5. Februar 2018

Tagebuchbloggen Februar 2018

Es ist wieder der 5. des Monats und Frau Brüllen will wieder wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Here we go:

2:22 Der Morgenstern ist zum ersten Mal in dieser Nacht (!) wach und wir stillen.

3:40 Ich träufle dem Morgenstern ein wenig Salzlösung in sein Schnorchelnäschen in der Hoffnung, den Schnodder damit etwas zu verflüssigen, damit er besser weggehen kann. Dann lege ich den komplett quer im Bett verteilten Raben wieder richtig hin und gebe ihm einen Schluck Wasser.

5:30 Ich bin gerade dabei, wieder so richtig einzuschlagen. Der Morgenstern lässt einen herzzerreißenden Schrei fahren. Ich gebe ihm die Brust. Dann folgen einige laute Pupse.

6:00 Ich lege mir den Morgenstern auf den Bauch. Er entspannt sich.

6:47 Der Morgenstern auf meinem Bauch brüllt und pupst wieder. Ich verfluche meine Liebe zu Broccoli. Der Morgenstern scheißt drauf. Also gehe ich ihn wickeln.

7:30 Wir sind wieder im Bett. Alle Kinder halten still und ich schlafe auch ein.

8:32 Der Rabe ist wach und verlangt nach Mentos. Ich schreibe dem Haselchen. Der kommt und nimmt den Großen mit, damit ich noch ein wenig ausruhen kann.

9:21 Das Baby ist wieder wach. Während wir stillen rapple ich mich mental so langsam hoch.

10:03 Wir stehen auf. Erstmal den Morgenstern wickeln...

Dabei gibt er noch 2 Mal Nachschlag, als ich gerade die Windel schließen will.

10:40 Endlich der erste Schluck Kaffee für mich. Die beiden großen Jungs sind fertig mit Frühstück. Also esse ich alleine, aber entspannt. Der Morgenstern liegt derweil auf dem Stillkissen auf meinem Schoß und pennt.

10:50 Es hat zwar vorher niemand angerufen, aber es klingelt an der Tür und die Ikea-Lieferung ist da. Woohoo! Bald endlich Ordnung im Kinderzimmer! Wir haben zwei Trofast Regale bestellt.

Ich rufe dann noch beim Bürgertelefon und der Elterngeldstelle an, um Fragen zum Elterngeldantrag zu klären. Dann telefoniere ich ganz kurz mit meiner Mama und versuche, eine Email an meinen Teamleiter zu schreiben, werde aber von einem gerade die Windel füllenden Morgenstern unterbrochen.

12:00 Windelwechsel

Anschließend gehe ich mir frische Klamotten raussuchen und ins Bad. Mit Stillen zwischendrin dauert alles ein bisschen länger. Das Haselchen nimmt den Morgenstern auf den Arm, damit ich auch noch duschen kann. Dann macht er den Raben fertig, während ich mir den Morgenstern ins Tuch wickle.

13:20 Ich gehe mit den Jungs spazieren. Einer im Tuch, einer an der Hand. Wie so ne richtige Mama. <3 Das Haselchen bleibt zu Hause, räumt Spielzeug um und sortiert aus, räumt auf, macht sauber, bringt den Müll runter und bereitet das Mittagessen vor.

14:07 Wir sind wieder zu Hause, aus Jacken, Handschuhen und Co befreit und ich lüfte einmal ordentlich durch. Während alle Fenster und Türen offen stehen, gehe ich im Flur auf und ab, damit der Morgenstern nicht aufwacht. Dabei schreibe ich endlich die Email

14:20 Wir setzen uns zum Mittagessen hin.

15:02 Das Haselchen bringt Nachtisch.

Ich bleibe mit dem Baby auf dem Schoß noch sitzen und lese Twitter leer.

15:51 Ich gehe den Morgenstern wickeln.

16:30 Während der Morgenstern unten ohne auf dem Wickeltisch schläft, setze ich mich davor und pumpe Milch ab.

16:40 180ml sind bereit zum Einfrieren.

16:45 Ich rufe bei der Personalabteilung an. Nochmal wegen des Elterngeldantrags. Aber jetzt habe ich meine Lösung. Woohoo!

Also schicke ich noch eine Email mit den auszufüllenden Seiten an die zuständige Kollegin in der Personalabteilung.

Dann passt das Haselchen auf den noch immer schlafenden Morgenstern auf, während ich mir einen Milchkaffee und ein Stück Schokokuchen hole. Den Kuchen teile ich mit dem Raben.

17:25 Gerade, als ich ihn wieder einpacken will, kackt der Morgenstern. Also nochmal sauber machen und föhnen...

Danach nehme ich das Baby auf den Schoß und wir stillen, während ich zeitgleich mit dem Raben Duplo baue.

18:23 Ich lasse dem Raben Badewasser ein. Das Haselchen bereitet ihm Brot zum Abendessen vor. Dann sitze ich mit dem Morgenstern auf dem Schoß vor der Wanne und füttere dabei den Raben in der Wanne. Außerdem schreibe ich noch eine Email an meine Krankenkasse.

19:45 Das Haselchen trocknet den Raben ab und kuschelt mit ihm, während ich den Morgenstern stille. Dann setzt das Haselchen den Raben auf sein Töpfchen, schaltet ihm ein Video ein und lässt frisches Wasser in die Wanne.

20:03 Nun badet der Morgenstern. Und findet das sichtlich gut und sehr faszinierend.

Nach dem deutlich kürzeren Bad trockne ich ihn ab und öle ihn mit Kokosöl ein. Das Haselchen putzt dem Raben die Zähne, macht eine frische Wasserflasche für die Nacht und bringt den Raben schonmal ins Bett.

20:28 Der Morgenstern ist fertig, will aber nochmal an die Brust. Baden macht wohl durstig.

Dann versuchen wir erst, dass das Haselchen ihn nimmt und ich den Raben in den Schlaf begleite. Das scheitert jedoch daran, dass der Morgenstern offenbar noch nicht genug Milch hatte und nach mehr verlangt.

Also stille ich den Morgenstern und erzähle dabei dem Raben eine Gutenachtgeschichte. Er schläft binnen Minuten und ich gehe mit dem Baby auf dem Arm leise raus.

20:58 Pizza ist gleich fertig und das Haselchen bringt mir was zu trinken aufs Sofa. Das Baby ist irgendwie unzufrieden und weint immer wieder.

Wir schauen eine Folge American Dad, essen Pizza und reden. Dabei ist der Morgenstern lustigerweise ganz ruhig und schläft auf meinem Schoß.

22:03 Wir gehen uns bettfertig machen.

22:30 Ich liege neben dem Morgenstern, poste noch diesen Beitrag und werde dann schlafen.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Für ein entspannteres Elternsein

Perfektion ist ein ganz schön hohes Ziel.

Ganz besonders unerreichbar wird sie spätestens dann, wenn man ein Kind bekommen hat. Schließlich können es Eltern ja eigentlich nur falsch machen.

Da werden Kinder verwöhnt und gefährdet oder nicht richtig geliebt und die Bindung gestört. Da wird zu oft gestillt, zu öffentlich oder nicht offen genug. Oder es wird gar mit der Flasche gefüttert. Da übernimmt ein Elternteil zu wenige Aufgaben, oder die falschen oder zu viele. Beikost startet man viel zu spät. Oder zu früh. Und überhaupt wäre BLW besser. Oder Brei. Aber bitte immer frisch selbst gekocht! Und so geht es immer weiter. Da ist man nicht bedürfnisorientiert genug. Oder greift nicht genug durch und lässt sich auf der Nase herum tanzen. Da bekommt das Kind das falsche Essen, zu viel oder zu wenig. Und wie kann man nur so viel arbeiten und das Kind immer abschieben. Oder so wenig und nicht an die Rente denken.

Kurzum: Wenn man "die anderen" fragt, macht man dieses Eltern-Dings garantiert falsch.

Daher bin ich sehr froh, dass mir "die anderen" als anonyme Masse ziemlich egal sind. Inzwischen zumindest.

Beim Raben war ich da ganz oft doch noch ungewollt verunsichert. Wenn er zum Beispiel irgendwo in der Öffentlichkeit angefangen hat, zu schreien. Dann wollte ich ihn unbedingt so schnell als möglich zur Ruhe bringen. Um die anderen Menschen nicht zu belästigen und weil ich als gute Mutter doch wissen muss, wie ich mein Kind beruhigen kann. Sonst halten mich alle für unfähig...

Als der Morgenstern gestern in der Straßenbahn gebrüllt hat, habe ich natürlich auch versucht, ihn zu beruhigen. Schließlich soll mein Baby nicht weinen müssen.

Aber die Leute um uns herum waren mir egal. Sogar die alte Dame, die leicht genervt mit der Zunge schnalzte. Mir wurde nicht heiß vor Aufregung und ich fing nicht an, nervös am Kind zu zupfen oder sonstwas, um für Ruhe zu sorgen.

Aber genau so entspannt sollten wir eigentlich auch mit uns selbst und unseren eigenen Ansprüchen sein.

Ich wäre gerne eine perfekte Mutter für meine Kinder. Mit viel Geduld und Respekt und Liebe und Kreativität. Eine, die jedes "Fehlverhalten" analysiert und dem Kind darauf hin die nötige Zuwendung gibt. Eine, die kindliche Wut und Verzweiflung immer liebevoll begleitet und mit aushält. Eine, die immer auf Augenhöhe agiert. Eine, die nicht laut wird und der auch kein falsches Wort heraus rutscht.

Bin ich aber alles nicht. Nicht so, wie es perfekt wäre.

Ich motze, ich werde laut, ich werde genervt, ich drohe, ich orrrrre, ich schimpfe.

Ich bin damit oft selbst nicht ganz zufrieden und denke hinterher, dass ich auch anders hätte reagieren können.

Aber alles in allem bin ich ziemlich überzeugt davon, dass wir das alles so schlecht gar nicht machen mit diesem Eltern-Ding.

Denn ganz ehrlich: Wir sind alle nur Menschen. Und Fehler zu machen ist einfach menschlich. Und meine Kinder werden mit ziemlicher Sicherheit keinen Schaden davon tragen, wenn ich nicht immer perfekt bin. Ich gebe mein Bestes und ich versuche, es gut zu machen.

Aber ich mache mich nicht mehr verrückt, wenn das mal nicht ganz klappt.

Dienstag, 30. Januar 2018

Sie werden so schnell groß!

Wenn es einen Satz gibt, den man von allen Eltern der Welt immer wieder hört, dann ist es: Sie werden so schnell groß!

Und der Punkt ist: Das stimmt ja auch einfach. Da gibt es nichts dran zu rütteln.

Die Geschwindigkeit, mit der aus winzigen Babys erst kleine, dann große Kleinkinder werden, wie schnell man sich plötzlich nach Schule umschaut und bei mittelfristigen Plänen schon daran denkt, dann ja auch demnächst einen Teenager im Haus zu haben, ist einfach krass.

Ok, noch ist der Rabe gerade einmal 2 1/2 Jahre alt. Bis er ein Teenager ist, dauert es noch ein wenig. Aber letztendlich ja wirklich nur ein wenig. Das Haselchen und ich feiern dieses Jahr unseren 6. Hochzeitstag. Uns kommt die Zeit seitdem gefühlt vor wie fast nichts. In noch einmal 6 Jahren ist der Rabe wahrscheinlich gerade mitten in der 3. Klasse. Also in ein ganz klein wenig mehr als "gefühlt fast nichts" wird aus meinem winzigen Neugeborenen ein Drittklässer.

In der Zeit bekomme ich nur einige Falten mehr. Und das Haselchen auch. Und graue Haare (also er - ich bekomme dafür weiße Augenbrauen).

Und jetzt, mit der Geburt des Morgensterns, ist mir nochmal ganz deutlich klar geworden, wie schnell das alles geht.
Der Morgenstern ist noch keine drei Wochen alt. Und er hat sich schon so sehr verändert und weiter entwickelt, seit er als ganz frisch Neugeborenes zu uns gekommen ist. Er kann schon viel mehr, ist größer geworden, sieht anders aus und sieht uns anders an.

Und wie groß der Rabe eigentlich schon wirklich ist, hat auch mit dem Morgenstern eine völlig neue Dimension bekommen. Das Baby mit nicht einmal vier Kilo kann ich auf einem Unterarm durch die Gegend tragen. Würde ich das mit dem 15 Kilo Raben probieren, bräuchte ich einen sehr starken und sehr großen Unterarm... Den kann ich ja mit zwei ganzen Armen zur Verfügung schon nicht mehr ständig herumtragen. Schon gar nicht, wenn er es nicht wollen würde...

Mit dem Raben kann ich mich außerdem richtig unterhalten. Er erzählt mir Geschichten darüber, was er gerade spielt und antwortet auf Fragen mit vollständigen Sätzen - inklusive korrekter Grammatik!
Er kann sich gedulden und eine gewisse Zeit warten. Selbst wenn er nachts aufwacht reicht es ihm für einen bestimmten Zeitraum, wenn ich ihm sage, dass ich gleich wieder da bin. Manchmal schläft er darüber sogar wieder ein. Oder löst sein Problem selbst.

All das und noch viel mehr kann er heute einfach. So groß ist er schon. Und dabei fühlt es sich wirklich wie gestern an, als er noch ein winziges Baby war...

Und ganz genauso wird es mit dem Morgenstern sein.

Sie werden einfach so schnell groß...

Freitag, 26. Januar 2018

Warum "außer" Mutter?

Aktuell geht mit den 1000 Fragen eine "Challenge" durch die Bloggerwelt meiner timeline. Die Fragen sind teilweise ganz spannend, teilweise ziemlich banal und manche wiederholen sich irgendwie in leicht abgewandelter Formulierung.

Wer daran Freude hat, soll und darf sehr gerne dabei mitmachen und sich allen 1000 Fragen stellen. Darum geht es mir gar nicht.

Mir ist darüber etwas anderes aufgefallen. Auf Twitter wurde das ganze auch bereits angesprochen:

https://twitter.com/fruehesvogerl/status/954423199122575360

Was mich an vielen Posts zu einem gewissen Grad irritierte, ist die Suche nach dem Selbst "außer" dem Dasein als Mutter.

Ich kann nachvollziehen, dass Kinder einen gerade in den ersten Jahren sehr in Beschlag nehmen. Wir verbringen den Großteil unserer Zeit mit ihnen. Und ja, manchmal kommt dabei die Selbstfürsorge und die Zeit für sich selbst ein wenig zu kurz. Das ist wohl so normal, wie es manchmal anstrengend oder auch frustrierend ist.

Ich habe auch gerade heute Abend erst ein klitzekleines bisschen wehmütig auf meine Schminke im Badezimmerschrank geschaut und überlegt, wann ich wohl das nächste Mal abends tanzen gehen werde. Und dann quäkte der Morgenstern wieder los und brauchte mich halt hier und jetzt voll und ganz für sich.

Aber hier kommt für mich jetzt das große Aber: Wenn ich meine Person betrachte und darüber nachdenke, wer ich bin, kann ich die Tatsache, dass ich Mutter bin, nicht außen vor lassen.

Meine Mutterschaft ist für immer ein integraler Bestandteil meiner Person.

Das heißt nicht, dass ich nur Mutter und sonst nichts anderes bin. Keinesfalls. Aber es heißt, dass ich meine Mutterschaft nicht einfach ausklammern kann.

Ich selbst könnte nicht fragen "Wer bin ich außer Mutter?". Genauso wenig würde ich fragen "Wer bin ich außer (Cis) Frau?" oder "außer Grufti" oder "außer Katzenbesitzerin" oder oder oder. Wenn ich darüber nachdenken will, wer ich bin, dann muss ich einfach meine Rolle als Mutter als Teil des Gesamtpakets mit einbeziehen. Sie ist nicht das einzige, das mich ausmacht. Aber sie macht mich halt nun einmal mit aus.

Ich bin Mutter und ich werde für den Rest meines Lebens Mutter bleiben. Ganz egal, was kommt. Und natürlich auch in 30 Jahren, wenn meine Kinder vielleicht anfangen, selbst Familien zu gründen und Kinder zu bekommen. Auch mit erwachsenen Kindern oder als Oma. Ich werde immer weiter zeitgleich Mutter sein. So ein Kind ist halt etwas ziemlich dauerhaftes... ;)

Auf Twitter wurde dann noch erwähnt, diese Fokussierung auf die Person "hinter" der Mutter könnte von den mit der Muterrolle verknüpften gesellschaftlichen Erwartungen kommen. Aber auch das leuchtet mir irgendwie nicht so völlig ein. Klar, als Mutter kann man es nur falsch machen, egal wie man es macht. Aber auch an die Frau an sich werden doch so viele sinnfreie gesellschaftliche Erwartungen gestellt. Es gibt so viele Rollen zu erfüllen, auch ganz abseits von Kindern. Weshalb also sollte die Erwartungshaltung fremder Menschen mich dazu bewegen, einen Teil meiner Persönlichkeit ausklammern und ignorieren zu wollen, um mich selbst besser definieren zu können?

Für mich macht das keinen Sinn.

Deshalb werde ich auch nicht auf die Suche nach der "Fleder" hinter der Mama gehen. Denn beide sind immer gleichzeitig da.